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Wissenswertes, Tipps & Tricks rund um die PROtroniC TopLINE und PROtroniC BaseLINE

PROtroniC LINE FAQs

Überblick

Häufig gestellt Fragen zur PROtroniC LINE und der Arbeitsumgebung

Herzlich Willkommen im FAQ Bereich der PROtroniC LINE!

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um unserer PROtroniC Entwicklungssteuergeräte. Die Themen umfassen technische Anforderungen, Informationen zur Entwicklungsumgebung und zu Drittanbieter-Tools sowie Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit mit unseren RCP-Steuergeräten.

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern wünscht Ihnen

Das PROtroniC Support Team

Kontaktmöglichkeiten

Feedback zum FAQ Bereich

Sollten Sie weitere Fragen oder Ideen für den PROtroniC FAQ Bereich haben, senden Sie uns diese gerne per E-Mail an m.marks@schaeffler-engineering.com zu. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

  Kontakt zum PROtroniC Support

Bei Fragen zur Anwendung der PROtroniC können Sie sich jederzeit an den technischen Support wenden unter  protronic@schaeffler-engineering.com.

Allgemeine Informationen zur PROtroniC

F: Welche unterschiedlichen PROtroniC Gerätetypen bzw. Varianten gibt es?

  1. Die PROtroniC TopLINE gibt es in den Hardware-Varianten:
    • EMU → Motorsteuerung / Engine Management Unit
    • TCU → Getriebesteuerung / Transmission Management Unit
    • UCU → Universalsteuerung / Universal Control Unit
  2. Die PROtroniC BaseLINE gibt es in den Hardware-Varianten:
    • EMU → Motorsteuerung / Engine Management Unit
    • UCU → Universalsteuerung / Universal Control Unit
Ausstattung der PROtroniC

F: Über welche Kalibrierschnittstelle verfügt die PROtroniC BaseLINE bzw. TopLINE?

A: Die PROtroniC BaseLINE verfügt über eine CAN-Schnittstelle zur Anbindung an das Kalibriersystem / den PC mittels CCP auf CAN, die PROtroniC TopLINE über eine Ethernetschnittstelle (XCP auf Ethernet).

Hinsichtlich der Toolkette werden unterstützt:

  • CANape (Vector),
  • INCA (ETAS),
  • MARC (Schaeffler Engineering).

Es wird in jedem Fall ein CAN-Adapter benötigt, der von der jeweiligen Software unterstützt wird:

  • MARC und CANape unterstützen Adapter von Vector und Kvaser.
  • INCA benötigt standardmäßig Hardware von ETAS. (Details, z. B. zu einer verfügbaren Option zur Unterstützung von "Fremd-Hardware", bitte direkt bei ETAS anfragen.)

F: Was umfasst das "Functional Safety" Paket?

A: Das "Functional Safety" Paket bietet die Möglichkeit die eigene Applikation sicherer zu machen. Die Zertifizierung eines ASIL Levels ist hier nicht das Ziel, sondern die frühzeitige Implementierung von Sicherheitsmechanismen, um diese bereits in der Prototypenphase mit zu testen.

Übersicht für das Functional Safety Paket:

  • Grundprinzip angelehnt an das 3-Ebenen-EGAS-Überwachungskonzept
  • Überwachung der Systemintegrität
  • Überführung des Systems in einen sicheren Zustand im Fehlerfall (alle Ausgänge und Versorgungen werden hochohmig geschaltet)
  • Frei programmierbare Überwachungsebene zur Kontrolle der Anwendungssoftware
  • Monitoring-Modul zur Überwachung des Controllers
  • Zyklische Speichertests
  • Komplementäre Ablage von Messwerten inklusive Zeitstempel
  • uvm.

 

 

PROtroniC Toolchain

Wissenswertes, Tipps & Tricks zur Entwicklungsumbung der PROtroniC LINE

F: Welche zusätzlichen Tools sind erforderlich, um mit der PROtroniC Toolkette arbeiten zu können?

A: Die PROtroniC ist ein vollständig offenes Steuergerät, welches mit einem OSEK-Betriebssystem, einer Systemsoftware und einer steuergerätspezifischen Toolkette, z. B. für die I/O-Konfiguration und das Flashen, ausgeliefert wird.

Auf der PROtroniC kann der Anwender dann seine eigene Software laufen lassen und hat Zugriff über eine spezielle MATLAB Blockbibliothek auf die API der Systemsoftware. Typischerweise wird mit MATLAB Simulink grafisch programmiert. Aus dieser grafischen Programmierung heraus wird mit einem AutoCoder kompilierfähiger C-Code automatisch erzeugt (MathWorks Embedded Coder oder dSPACE TargetLink). Kalibrieren, Messen und Überprüfung der Funktionen erfolgt dann mit Hilfe der gängigen Kalibriertools aus dem Automotive-Bereich (Vector CANape, ETAS INCA…).

Die Drittanbieter Tools sind nicht im Lieferumfang enthalten. Benötigt wird

  • MATLAB/Simulink und optional Stateflow;
  • MathWorks Toolboxen Simulink Coder, EmbeddedCoder und Fixed-Point Designer
    oder
    alternativ dSPACE TargetLink;
  • Wind River Diab Compile;
  • Kalibrier-Tool: Vector CANape, ETAS INCA oder MARC von Schaeffler Engineering.

Jedes PROtroniC Release unterstützt dabei einen bestimmten Satz von Versionen der Drittanbieter Tools. Details finden sich in der Übersicht "PROtroniC LINE – Overview of the Third Party Developer Tools".

F: Wie läuft der Installationsvorgang der Toolkette ab?

A: Im ersten Schritt werden normalerweise alle Drittanbieter Tools installiert wie MATLAB, Simulink und die benötigten MathWorks Toolboxen bzw. dSPACE TargetLink sowie der Wind River Diab Compiler.

Im zweiten Schritt werden dann alle Komponenten der PROtroniC Toolkette über ein Master-Setup installiert.

Durch das Einhalten dieser Reihenfolge ist sichergestellt, dass die Drittanbieter Tools automatisch bei der Installation der PROtroniC Toolkette erkannt werden. Es ist aber auch möglich, gezielt z. B. eine neue MATLAB Version der Toolkette bekannt zu machen.

Falls sich schon ein älteres PROtroniC Release auf dem Rechner befindet, muss dieses nicht deinstalliert werden, sondern kann parallel weitergenutzt werden. Es bleiben bis auf PROchange alle älteren Komponenten erhalten und es gehen dabei keine Informationen bestehender PROtroniC Projekte verloren.

F: Können verschiedene Stände der Toolkette parallel installiert werden?

A: Ja, es können verschiedene Stände der Toolkette parallel auf einem Rechner installiert werden. Das kann interessant sein, wenn man z. B. mit existierenden Projekten aus einem älteren Stand und neuen Projekten im aktuellen Stand arbeiten möchte.

Es bleiben bei der parallelen Installation alle Projektinformationen und -ergebnisse sowie alle Komponenten der existierenden PROtroniC Toolkette erhalten.

Eine Ausnahmen bildet PROchange. Von diesem Tool existiert immer nur eine Version auf dem Rechner, mit der jedoch auch ältere Projekte wie gewohnt verwaltet werden können.

F: Welcher Compiler ist erforderlich?

A: Ein Compiler ist für MATLAB und die Simulation des Modells auf dem PC erforderlich. Bei den MATLAB 32Bit Versionen wird dieser automatisch mit installiert. Bei den MATLAB 64Bit Versionen muss ein Compiler separat installiert werden, z. B. der kostenlose Compiler Windows SDK oder ein anderer aus der folgenden Liste https://de.mathworks.com/support/sysreq/previous_releases.html.

Um ausführbaren Code für die PROtroniC zu kompilieren, ist ein weiter Compiler erforderlich und zwar der Wind River Diab Compiler in den jeweils folgenden Versionen abhängig vom PROtroniC Release:

  • PROtroniC Release 4.3 oder neuer -> Wind River Diab Compiler 5.9.6.3
  • PROtroniC Release 4.0, 4.1 und 4.2 -> Wind River Diab Compiler 5.9.4.4
  • PROtroniC Release 3.3 und 3.4 -> Wind River Diab Compiler 5.9.1.0

WICHTIGER HINWEIS: Es sind exakt diese Versionen erforderlich, auch wenn es z. B. schon ein neueres Hotfix gibt (z. B. läuft 5.9.4.8 statt 5.9.4.4 nicht!).

F: Kann der benötigte Compiler über Schaeffler Engineering bezogen werden?

A: Für die Generierung des ausführbaren Codes wird der Wind River Diab Compiler in der Version 5.6.9.3 benötigt. Dieser sollte über eine Bezugsquelle von Wind River erworben werden.

Leider ist der Bezug direkt über Schaeffler Engineering aktuell nicht möglich. Bitte achten Sie darauf, dass die Compiler Version exakt der Angabe in der Übersicht zu den Drittanbieter-Tools entspricht.

F: Kann eine PROtroniC auch ohne eine Lizenz für die Toolkette geflasht werden?

A: Ja, denn PROload, das zum Flashen der PROtroniC notwendige Tool, ist an keine Lizenz gebunden und kann auf beliebig vielen Rechnern installiert und genutzt werden.

F: Wie funktioniert der Umzug einer rechnergebundenen Toolketten-Lizenz auf einen neuen Rechner?

A: Bevor der ursprüngliche Rechner abgegeben oder stillgelegt wird, folgendermaßen vorgehen:

  1. Den Lizenzmanager auf dem ursprünglichen Rechner starten.
  2. Rechtsklick auf die oberste Zeile „PROtroniC“ → „Lizenz zurückgeben“.
  3. Rückgabeinformation per E-Mail an unseren PROtroniC Support ( protronic@schaeffler-engineering.com) schicken, sodass wir eine erneute Freischaltung auf dem neuen Rechner ermöglichen können.
  4. Installation der Toolkette auf dem neuem Rechner.
  5. Die Komponenten der Toolkette über den Lizenzmanager wie gewohnt mittels der ursprünglichen Seriennummern online freischalten (s. Rückseite der PROtroniC DVD).
PROtroniC Release

F: Wie kann ich eine existierende Konfiguration in ein neues PROtroniC Release übernehmen?

A: Für die Übernahme einer existierenden Konfiguration sind folgende Schritte notwendig:

  1. Neuen Stand der Toolkette installieren.
  2. Ein neues Projekt in PROchange anlegen.
  3. Die für das neue Projekt passende PROconfig Version starten und den neuen Treiber in den Gerätemanager laden. D.h. mit jedem neuen Release wird auch ein neuer Gerätetreiber mit ausgeliefert. Es ist zwingend erforderlich diesen zu verwenden!
  4. Über "Datei" → "Daten übernehmen" die Einstellungen aus einer älteren, bestehenden Konfiguration übernehmen.

Sollte es sich um eine Konfiguration mit deutscher API handeln (bis PROtroniC Release 4.1), so ist ein Datenimport in ein Projekt mit englischer API (ab PROtroniC Release 4.2) nicht direkt möglich.

In diesem Fall bitte für eine Übersetzung der Konfiguration an unseren PROtroniC Support wenden (protronic@schaeffler-engineering.com).

F: Woher bekomme ich bei einem Release-Wechsel einen aktualisierten Treiber?

A: Passende Geräte-Treiber für die kundenspezifischen ECUs sind immer Bestandteil der Auslieferung eines neuen PROtroniC Releases. Anhand der Seriennummer im Dateinamen lassen sich diese den einzelnen Geräten zuordnen. Jeder Treiber besteht aus einer *.inf- und einer *.ddd-Datei.

F: Wie oft gibt es ein Update der Toolkette und Systemsoftware?

A: Typischerweise gibt es zweimal im Jahr (z. B. Mitte und Ende eines Jahres) ein Update der PROtroniC Toolkette. Alle Kunden mit einem laufenden Wartungspaket bekommen dann automatisch Datenträger mit Toolkette und Treibern zugeschickt.

Updates können neue Features, Fehlerbehebungen oder auch die Unterstützung von zusätzlichen Drittanbieter Tool beinhalten.

Wenn Sie weitere Informationen zum Wartungspaket haben möchten, z. B. zu Laufzeit und Kosten, kontaktieren Sie bitte unseren Vertrieb ( sales@schaeffler-engineering.com).

Arbeiten mit der PROtroniC

F: Wie lassen sich die PROtroniC-internen Diagnosen auslesen und interpretieren?

A: Die PROtroniC verfügt über einen sogenannten Ereignishandler (Komponente EVH). Dieser koordiniert alle auftretenden Ereignisse, die die internen Diagnosen der PROtroniC liefern. Es werden Betriebsbedingungen festgehalten, Häufigkeiten gezählt und es können Heilbedingungen festgelegt werden.

Zusätzlich gibt es 16 Fehlerspeicher, in denen auftretende Ereignisse / Fehler permanent abgelegt werden und die sich auch nach einem Neustart des Geräts auslesen lassen. Im einfachsten Fall findet man hier einen Fehlerpfad, der die ursächliche Komponente benennt sowie eine Summe aller diagnostizierten Fehler. Zugriff darauf hat man über folgende API-Signale:

Fehler-Pfade (ursächliche Komponente)
api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._0_.PathNo_u16

api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._15_.PathNo_u16

Fehlersummen (Dezimalsumme aller bitweise kodierten Einzelfehler)
api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._0_.MonSumError_u16

api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._15_.MonSumError_u16

  Die Zuordnung zum Fehler in Klartext erfolgt über die Tabelle 8.2.1 „Ereigniscodetabelle“ im Anhang des PROtroniC Handbuchs.

F: Wie lässt sich die Auslastung der CPU ermitteln?

Für die Ermittlung der CPU-Last gibt es folgende API-Signale:

  • Aktuelle CPU-Last: api_inf_sg_st.PresentCpuLoad_u8
  • Maximale CPU-Last: api_inf_sg_st.MaxCpuLoad_u8

F: Was passiert bei Überlastung der CPU?

A: Bei Überlast der CPU kann es dazu kommen, dass einzelne Zeitscheiben nicht mehr im vorgesehenen Zeitraster ausgeführt werden und damit das Echtzeitverhalten nicht mehr gewährleistet ist.

Im ungünstigsten Fall kann es passieren, dass das Steuergerät nicht mehr reagiert.

Bei aktivem Watchdog würde dies erkannt und ein automatischer Reset durchgeführt.

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