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Wissenswertes, Tipps & Tricks rund um die PROtroniC TopLINE und PROtroniC BaseLINE

PROtroniC LINE FAQs

Überblick

Häufig gestellt Fragen zur PROtroniC LINE und der Arbeitsumgebung

Herzlich Willkommen im FAQ Bereich der PROtroniC LINE!

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um unserer PROtroniC Entwicklungssteuergeräte. Die Themen umfassen technische Anforderungen, Informationen zur Entwicklungsumgebung und zu Drittanbieter-Tools sowie Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit mit unseren RCP-Steuergeräten.

Viel Spaß beim Lesen und Stöbern wünscht Ihnen

Das PROtroniC Support Team

Kontaktmöglichkeiten

Feedback zum FAQ Bereich

Sollten Sie weitere Fragen oder Ideen für den PROtroniC FAQ Bereich haben, senden Sie uns diese gerne per E-Mail an m.marks@schaeffler-engineering.com zu. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

  Kontakt zum PROtroniC Support

Bei Fragen zur Anwendung der PROtroniC können Sie sich jederzeit an den technischen Support wenden unter  protronic@schaeffler-engineering.com.

Allgemeine Informationen zur PROtroniC

F: Welche unterschiedlichen PROtroniC Gerätetypen bzw. Varianten gibt es?

  1. Die PROtroniC TopLINE gibt es in den Hardware-Varianten:
    • EMU → Motorsteuerung / Engine Management Unit
    • TCU → Getriebesteuerung / Transmission Management Unit
    • UCU → Universalsteuerung / Universal Control Unit
  2. Die PROtroniC BaseLINE gibt es in den Hardware-Varianten:
    • EMU → Motorsteuerung / Engine Management Unit
    • UCU → Universalsteuerung / Universal Control Unit
Neu!

F: Wer ist für Fragen rund um die PROtroniC zuständig?

A: Fragen zur Anwendung der PROtroniC beantwortet unser technischer Support unter  protronic@schaeffler-engineering.com.

F: Welche Lieferzeit hat die PROtroniC?

A: Bei einer Standardbestückung beträgt die Lieferzeit in der Regel max. 2 Wochen. Wenn kundenspezifische Konfigurationen erforderlich sind, kann sich die Lieferzeit auf bis zu 6 Wochen verlängern.

F: Gibt es Schulungen zur PROtroniC?

A: Es gibt zwei unterschiedliche Schulungen:

  1. Eine 2-tägige Schulung zu den Systemeigenschaften, der PROtroniC Toolkette und der Einbindung von MATLAB®/Simulink®-Modellen mit Embedded Coder™ oder TargetLink®.
  2. Eine 3-tägige Schulung, die neben den Inhalten der 2-tägigen Schulungsvariante zusätzlich das Applikationssystem MARC von Schaeffler Engineering sowie die Basissoftware zur Motorsteuerung von Otto- und Dieselmotoren behandelt.

  Die Schulungen finden normalerweise am Hauptsitz in Werdohl statt. Bei Interesse an einer hausinternen Schulungen wenden Sie sich bitte an unseren Vertrieb.

F: Wie groß ist der zulässige Versorgungsspannungsbereich?

A: Der Versorgungsspannungsbereich der PROtroniC liegt zwischen 6,5 bis 32 V. Damit kann das Gerät sowohl im Pkw- sowie im Nfz-Bereich eingesetzt werden.

Alle Leistungsendstufen können individuell in Gruppen extern mit einer Spannung zwischen 6,5 und 52 V versorgt werden.

Bei den Digitalein- und -ausgängen liegt der zulässige Spannungsbereich bei 5 bis 32 V, sodass auch Signale mit TTL-Pegel generiert werden können.

F: Verfügt die PROtroniC über ein OSEK Betriebssystem?

A: Die PROtroniC verfügt über ein OSEK Betriebssystem. Das Echtzeitbetriebssystem stellt vordefinierte Tasks mit vorgegebener Priorität für den Anwender zur Verfügung.

F: Welcher ASIL-Level kann mit der PROtroniC erreicht werden?

A: Eine ASIL-Einstufung ist immer nur in Verbindung mit einer konkreten Anwendung möglich. Die PROtroniC als flexibles Prototyping-Steuergerät kommt aber in den unterschiedlichsten Anwendungen zum Einsatz und ist auch hinsichtlich ihres Entwicklungsprozesses nicht für den (Groß-)Serieneinsatz ausgelegt.

Für die Entwicklung von sicherheitskritischen Funktionen ist das "Functional Safety Package" als Software-Option verfügbar. Details dazu gibt es auf der Produktseite oder wenden Sie sich an unseren Vertrieb.

F: Sind alle Ausgänge der PROtroniC kurzschlussfest und gegen Überlast geschützt?

A: Alle Ausgänge der PROtroniC sind entweder dauerhaft kurzschlussfest oder werden durch interne Diagnosen im Fehlerfall abgeschaltet und so gegen Überlast geschützt.

Zusätzlich dazu gibt es intern zahlreiche Punkte, an denen die Temperature überwacht wird, sodass im Fall einer Übertemperatur gezielt einzelne Komponenten abgeschaltet werden. Einerseits lassen sich alle Ströme, Spannungen und Temperaturen mit API Signalen zurückmessen, wodurch der Anwender selber enge Grenzen ziehen kann. Andererseits werden Abschaltungen aufgrund des Eingreifens interner Diagnosen im Fehlerspeicher hinterlegt.

F: Gibt es ein 3D-Modell der PROtroniC?

A: Gerne stellen wir Kunden auf Anfrage ein 3D-Modell der verwendeten PROtroniC Variante zur Verfügung, um z. B. die Einbausituation im Fahrzeug entsprechend planen zu können.

Ausstattung der PROtroniC

F: Was ist im Lieferumfang der PROtroniC enthalten?

A: Der Lieferumfang umfasst:

  • PROtroniC Gerät in einem robusten Transportkoffer
  • Minimalkabelbaum, um die PROtroniC am PC-Arbeitsplatz (Schreibtisch) betreiben zu können
  • Gegensteckersatz, um einen eigenen Kabelbaum für die beiden 70-poligen Stecker herstellen zu können
  • Handbuch und Gerätetreiber
  • Zusatz bei der TopLINE-Variante: Ethernet-Verbindungskabel zum Anschluss an einen PC

F: Was ist an PROtroniC-Zubehör verfügbar?

A: Für die PROtroniC bieten wir sowohl Hardware-Zubehör als auch Software-Erweiterungen an.

  1. Verfügbares Hardware-Zubehör
    • Breakout-Boxen für die 70-poligen Stecker,
    • Kabelsätze für FlexRay, Bypassing und BroadRReach / 4. CAN,
    • kundenspezifische Kabelbäume oder Gegensteckersätze,
    • externe Piezo- oder Zündendstufen,
    • einzelne Module zur Nachrüstung oder Erweiterung
    • und mehr.
  2. Software-Optionen:
    • LIN-Editor PROlin inkl. ACI LIN Blockset,
    • "Functional Safety Paket",
    • FlexRay-Konfigurationstool Tresos Studio und Gerätelizenz für die Nutzung der FlexRay-Schnittstelle,
    • Kalibrationstool MARC
    • Basissoftware für die Motorsteuerung von 4-Zylinder-Otto- und Dieselmotoren (in TargetLink®)

F: Was umfasst das "Functional Safety" Paket?

A: Das "Functional Safety" Paket bietet die Möglichkeit die eigene Applikation sicherer zu machen. Die Zertifizierung eines ASIL Levels ist hier nicht das Ziel, sondern die frühzeitige Implementierung von Sicherheitsmechanismen, um diese bereits in der Prototypenphase mit zu testen.

Übersicht für das Functional Safety Paket:

  • Grundprinzip angelehnt an das 3-Ebenen-EGAS-Überwachungskonzept
  • Überwachung der Systemintegrität
  • Überführung des Systems in einen sicheren Zustand im Fehlerfall (alle Ausgänge und Versorgungen werden hochohmig geschaltet)
  • Frei programmierbare Überwachungsebene zur Kontrolle der Anwendungssoftware
  • Monitoring-Modul zur Überwachung des Controllers
  • Zyklische Speichertests
  • Komplementäre Ablage von Messwerten inklusive Zeitstempel
  • uvm.

 

 

F: Gibt es Funktionssoftware, d. h. Basismodelle für die Motorsteuerung von Otto- und Dieselmotoren für die PROtroniC?

A: Für die EMU-Variante der PROtroniC ist eine entsprechende Funktionssoftware verfügbar. Ausgelegt ist die Basissoftware für die Ansteuerung eines 4-Zylinder-Motors mit Direkteinspritzung und/oder Saugrohreinspritzung im Prüfstandbetrieb.

Die Funktionssoftware ist vollständig in einem Simulink®/Stateflow®-Modell abgebildet und verwendet als Auto Code-Generator TargetLink®. Der Anwender kann offen auf das Modell zugreifen und es für seine Anwendung anpassen. Verfügbar sind eine Otto- und eine Dieselmotorvariante des Modells.

Darüber hinaus bieten wir Unterstützung bei der Inbetriebnahme eigener Motoren mit der PROtroniC an. Dazu gehört z. B. die Anpassung des Modells auf den jeweiligen Verbrennungsmotor und Support vor Ort bei der Inbetriebnahme am Prüfstand.

Bei Fragen oder Interesse wenden Sie sich bitte an unseren Vertrieb.

F: Ist ein Gegensteckersatz für die PROtroniC erhältlich?

A: Für die PROtroniC ist ein Gegensteckersatz bestehend aus zwei 70-poligen, kodierten Steckergehäusen, 140 Chipkontakten und Einzeladerabdichtungen erhältlich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unseren Vertrieb.

PROtroniC Hardware

Informationen und Wissenswertes zu Hardware, Modulen, Schnittstellen etc.

F: Ist es möglich, die Hardware-Konfiguration der PROtroniC anwendungsspezifisch anzupassen?

A: Eine Anpassung der Standard-Konfiguration der PROtroniC-Varianten ist nach Rücksprache und gegen Aufpreis möglich. Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an unseren Vertrieb.

F: Kann die Hardware der PROtroniC mehrmals umgebaut/angepasst werden?

A: Nach Möglichkeit sollte die Hardwarekonfiguration im Rahmen des Angebots-/Bestellprozesses erfolgen. So können nachträgliche Umbauten vermieden werden, da die Leiterplatten nicht unbegrenzt Umbestückungen aushalten. Bei einer mehrfachen Umbestückung kann es daher u. U. zur Beschädigung und im schlimmsten Fall irreparablem Schaden an der Leiterplatte kommen.

F: Wie ist bei einem Hardwaredefekt vorzugehen?

F: Bitte verständigen Sie bei einem Hardwaredefekt immer als erstes unseren Support ( protronic@schaeffler-engineering.com). Dieser wird sich schnellstmöglich mit Ihnen in Verbindung setzen, um mögliche Fehlerursachen und Abhilfen abzuklären sowie das weitere Vorgehen mit Ihnen zu besprechen.

Selbstverständlich bemühen wir uns, Ihnen das Gerät im Falle einer Reparatur so schnell wie möglich wieder zukommen zu lassen.

F: Über welche Kalibrierschnittstelle verfügt die PROtroniC BaseLINE bzw. TopLINE?

A: Die PROtroniC BaseLINE verfügt über eine CAN-Schnittstelle zur Anbindung an das Kalibriersystem / den PC mittels CCP auf CAN, die PROtroniC TopLINE über eine Ethernetschnittstelle (XCP auf Ethernet).

Hinsichtlich der Toolkette werden unterstützt:

  • CANape (Vector),
  • INCA (ETAS),
  • MARC (Schaeffler Engineering).

Es wird in jedem Fall ein CAN-Adapter benötigt, der von der jeweiligen Software unterstützt wird:

  • MARC und CANape unterstützen Adapter von Vector und Kvaser.
  • INCA benötigt standardmäßig Hardware von ETAS. (Details, z. B. zu einer verfügbaren Option zur Unterstützung von "Fremd-Hardware", bitte direkt bei ETAS anfragen.)

F: Wieviele CAN-Schnittstellen hat die PROtroniC?

A: Die Anzahl der CAN-Schnittstellen ist abhängig von der jeweiligen PROtroniC-Variante und Ausbaustufe. So verfügt die EMU-Variante der PROtroniC TopLINE beispielsweise über 4 CAN-Schnittstellen. Die TCU- und UCU-Varianten der TopLINE dagegen über 3 CAN-Schnittstellen. Jede PROtroniC TopLINE Variante (TCU, UCU und EMU) verfügt über eine Wake-up-fühige CAN-Schnittstelle.

Bei der BaseLINE verfügt die EMU-Variante über 3 CAN-Schnittstellen und die UCU über 2. Eine der CAN-Schnittstellen ist bei der BaseLINE dabei immer für die Anbindung an den PC vorgesehen, sodass diese nur eingeschränkt für die Applikation nutzbar ist.

Bei den CAN-Schnittstellen der TopLINE- wie auch der BaseLINE-Variante handelt es sich jeweils um Highspeed CAN-Schnittstellen mit einer max. Baudrate von 1 MBaud. CAN FD-Schnittstellen sind aktuell nicht verfügbar.

F: Verfügt die PROtroniC über eine FlexRay-Schnittstelle?

A: Bei PROtroniC TopLINE kann ein 2-kanaliger FlexRay-Knoten bei Nutzung der FlexRay-Gerätelizenz und des FlexRay-Konfigurationstools genutzt werden. Die Simulink® ACI Blockbibliothek bietet dazu auch extra spezielle FelxRay-Blöcke, z. B. zum Senden und Empfangen von Daten, an.

Die PROtroniC BaseLINE bietet keine Möglichkeit zur Anbindung an einen FlexRay-Cluster an.

PROtroniC Toolchain

Wissenswertes, Tipps & Tricks zur Entwicklungsumbung der PROtroniC LINE

F: Welche zusätzlichen Tools sind erforderlich, um mit der PROtroniC Toolkette arbeiten zu können?

A: Die PROtroniC ist ein vollständig offenes Steuergerät, welches mit einem OSEK-Betriebssystem, einer Systemsoftware und einer steuergerätspezifischen Toolkette, z. B. für die I/O-Konfiguration und das Flashen, ausgeliefert wird.

Auf der PROtroniC kann der Anwender dann seine eigene Software laufen lassen und hat Zugriff über eine spezielle MATLAB Blockbibliothek auf die API der Systemsoftware. Typischerweise wird mit MATLAB Simulink grafisch programmiert. Aus dieser grafischen Programmierung heraus wird mit einem AutoCoder kompilierfähiger C-Code automatisch erzeugt (MathWorks Embedded Coder oder dSPACE TargetLink). Kalibrieren, Messen und Überprüfung der Funktionen erfolgt dann mit Hilfe der gängigen Kalibriertools aus dem Automotive-Bereich (Vector CANape, ETAS INCA…).

Die Drittanbieter Tools sind nicht im Lieferumfang enthalten. Benötigt wird

  • MATLAB/Simulink und optional Stateflow;
  • MathWorks Toolboxen Simulink Coder, EmbeddedCoder und Fixed-Point Designer
    oder
    alternativ dSPACE TargetLink;
  • Wind River Diab Compile;
  • Kalibrier-Tool: Vector CANape, ETAS INCA oder MARC von Schaeffler Engineering.

Jedes PROtroniC Release unterstützt dabei einen bestimmten Satz von Versionen der Drittanbieter Tools. Details finden sich in der Übersicht "PROtroniC LINE – Overview of the Third Party Developer Tools".

F: Wie läuft der Installationsvorgang der Toolkette ab?

A: Im ersten Schritt werden normalerweise alle Drittanbieter Tools installiert wie MATLAB, Simulink und die benötigten MathWorks Toolboxen bzw. dSPACE TargetLink sowie der Wind River Diab Compiler.

Im zweiten Schritt werden dann alle Komponenten der PROtroniC Toolkette über ein Master-Setup installiert.

Durch das Einhalten dieser Reihenfolge ist sichergestellt, dass die Drittanbieter Tools automatisch bei der Installation der PROtroniC Toolkette erkannt werden. Es ist aber auch möglich, gezielt z. B. eine neue MATLAB Version der Toolkette bekannt zu machen.

Falls sich schon ein älteres PROtroniC Release auf dem Rechner befindet, muss dieses nicht deinstalliert werden, sondern kann parallel weitergenutzt werden. Es bleiben bis auf PROchange alle älteren Komponenten erhalten und es gehen dabei keine Informationen bestehender PROtroniC Projekte verloren.

F: Können verschiedene Stände der Toolkette parallel installiert werden?

A: Ja, es können verschiedene Stände der Toolkette parallel auf einem Rechner installiert werden. Das kann interessant sein, wenn man z. B. mit existierenden Projekten aus einem älteren Stand und neuen Projekten im aktuellen Stand arbeiten möchte.

Es bleiben bei der parallelen Installation alle Projektinformationen und -ergebnisse sowie alle Komponenten der existierenden PROtroniC Toolkette erhalten.

Eine Ausnahmen bildet PROchange. Von diesem Tool existiert immer nur eine Version auf dem Rechner, mit der jedoch auch ältere Projekte wie gewohnt verwaltet werden können.

F: Welcher Compiler ist erforderlich?

A: Ein Compiler ist für MATLAB und die Simulation des Modells auf dem PC erforderlich. Bei den MATLAB 32Bit Versionen wird dieser automatisch mit installiert. Bei den MATLAB 64Bit Versionen muss ein Compiler separat installiert werden, z. B. der kostenlose Compiler Windows SDK oder ein anderer aus der folgenden Liste https://de.mathworks.com/support/sysreq/previous_releases.html.

Um ausführbaren Code für die PROtroniC zu kompilieren, ist ein weiter Compiler erforderlich und zwar der Wind River Diab Compiler in den jeweils folgenden Versionen abhängig vom PROtroniC Release:

  • PROtroniC Release 4.3 oder neuer -> Wind River Diab Compiler 5.9.6.3
  • PROtroniC Release 4.0, 4.1 und 4.2 -> Wind River Diab Compiler 5.9.4.4
  • PROtroniC Release 3.3 und 3.4 -> Wind River Diab Compiler 5.9.1.0

WICHTIGER HINWEIS: Es sind exakt diese Versionen erforderlich, auch wenn es z. B. schon ein neueres Hotfix gibt (z. B. läuft 5.9.4.8 statt 5.9.4.4 nicht!).

F: Kann der benötigte Compiler über Schaeffler Engineering bezogen werden?

A: Für die Generierung des ausführbaren Codes wird der Wind River Diab Compiler in der Version 5.6.9.3 benötigt. Dieser sollte über eine Bezugsquelle von Wind River erworben werden.

Leider ist der Bezug direkt über Schaeffler Engineering aktuell nicht möglich. Bitte achten Sie darauf, dass die Compiler Version exakt der Angabe in der Übersicht zu den Drittanbieter-Tools entspricht.

F: Kann eine PROtroniC auch ohne eine Lizenz für die Toolkette geflasht werden?

A: Ja, denn PROload, das zum Flashen der PROtroniC notwendige Tool, ist an keine Lizenz gebunden und kann auf beliebig vielen Rechnern installiert und genutzt werden.

F: Wie funktioniert der Umzug einer rechnergebundenen Toolketten-Lizenz auf einen neuen Rechner?

A: Bevor der ursprüngliche Rechner abgegeben oder stillgelegt wird, folgendermaßen vorgehen:

  1. Den Lizenzmanager auf dem ursprünglichen Rechner starten.
  2. Rechtsklick auf die oberste Zeile „PROtroniC“ → „Lizenz zurückgeben“.
  3. Rückgabeinformation per E-Mail an unseren PROtroniC Support ( protronic@schaeffler-engineering.com) schicken, sodass wir eine erneute Freischaltung auf dem neuen Rechner ermöglichen können.
  4. Installation der Toolkette auf dem neuem Rechner.
  5. Die Komponenten der Toolkette über den Lizenzmanager wie gewohnt mittels der ursprünglichen Seriennummern online freischalten (s. Rückseite der PROtroniC DVD).
Neu!

F: Kann ein Modell auf Basis einer älteren Version von MATLAB® oder der PROtroniC Toolkette weiterverwendet werden?

A: Eine Weiternutzung von Modellen, die auf älteren Versionen von MATLAB® oder der PROtroniC Toolkette basieren, ist auf jeden Fall möglich. Der Anwender sollte dabei folgendes beachten:

  • Das existierende Modell in der aktuellen MATLAB® Version öffnen und den Hinweisen zur Aktualisierung auf die neueste MATLAB® Version folgen.
  • Den Block "Upgrade ACI" aus der ACI Bibliothek ins Modell ziehen und mit einem Doppelklick ausführen. Alternativ ist dies auch über das MATLAB Command Window und den Befehl "ACIUpgrade(gcs)" möglich.

F: Ist die PROtroniC Toolkette auch auf Englisch verfügbar?

A: Die Toolkette der PROtroniC ist neben Deutsch auch auf Englisch verfügbar. Entweder wird die Sprache bereits während des Installationsprozesses ausgewählt oder zu einem späteren Zeitpunkt durch einen entsprechende Änderung in der Registry nachträglich umgestellt.

Um die Sprache nachträglich zu ändern, bitte die Registry (erreichbar über Start → "regedit") aufrufen und dann

Computer → HKEY_LOCAL_MACHINE → Software → Wow6432Node → Schaeffler Engineering → [Toolname]

Die Angaben für den "Language Code" lauten:

  • 1031 für Deutsch
  • 1033 für Englisch

Ausnahme PROchange:

PROchange über HKLM\SOFTWARE\SchaefflerEngineering\PROchange\Install aufrufen und "Language" (REG_SZ) auf einen der folgenden Werte setzen:

  • "DE" für Deutsch oder
  • "EN" für Englisch.

→ Die Make-Skripte erben diese Spracheinstellung.

 

 

PROtroniC Release

F: Wie kann ich eine existierende Konfiguration in ein neues PROtroniC Release übernehmen?

A: Für die Übernahme einer existierenden Konfiguration sind folgende Schritte notwendig:

  1. Neuen Stand der Toolkette installieren.
  2. Ein neues Projekt in PROchange anlegen.
  3. Die für das neue Projekt passende PROconfig Version starten und den neuen Treiber in den Gerätemanager laden. D.h. mit jedem neuen Release wird auch ein neuer Gerätetreiber mit ausgeliefert. Es ist zwingend erforderlich diesen zu verwenden!
  4. Über "Datei" → "Daten übernehmen" die Einstellungen aus einer älteren, bestehenden Konfiguration übernehmen.

Sollte es sich um eine Konfiguration mit deutscher API handeln (bis PROtroniC Release 4.1), so ist ein Datenimport in ein Projekt mit englischer API (ab PROtroniC Release 4.2) nicht direkt möglich.

In diesem Fall bitte für eine Übersetzung der Konfiguration an unseren PROtroniC Support wenden (protronic@schaeffler-engineering.com).

F: Woher bekomme ich bei einem Release-Wechsel einen aktualisierten Treiber?

A: Passende Geräte-Treiber für die kundenspezifischen ECUs sind immer Bestandteil der Auslieferung eines neuen PROtroniC Releases. Anhand der Seriennummer im Dateinamen lassen sich diese den einzelnen Geräten zuordnen. Jeder Treiber besteht aus einer *.inf- und einer *.ddd-Datei.

F: Wie oft gibt es ein Update der Toolkette und Systemsoftware?

A: Typischerweise gibt es zweimal im Jahr (z. B. Mitte und Ende eines Jahres) ein Update der PROtroniC Toolkette. Alle Kunden mit einem laufenden Wartungspaket bekommen dann automatisch Datenträger mit Toolkette und Treibern zugeschickt.

Updates können neue Features, Fehlerbehebungen oder auch die Unterstützung von zusätzlichen Drittanbieter Tool beinhalten.

Wenn Sie weitere Informationen zum Wartungspaket haben möchten, z. B. zu Laufzeit und Kosten, kontaktieren Sie bitte unseren Vertrieb ( sales@schaeffler-engineering.com).

Neu!

F: Bis zu welchem Stand der Toolkette wird die PROtroniC ClassicLINE unterstützt?

A: Die PROtroniC Toolkette unterstützt die ClassicLINE-Variante bis einschließlich Release 3.4.

Ab Release 4.0 ist entweder die PROtroniC BaseLINE oder die PROtroniC TopLINE erforderlich.

Arbeiten mit der PROtroniC

F: Wie lassen sich die PROtroniC-internen Diagnosen auslesen und interpretieren?

A: Die PROtroniC verfügt über einen sogenannten Ereignishandler (Komponente EVH). Dieser koordiniert alle auftretenden Ereignisse, die die internen Diagnosen der PROtroniC liefern. Es werden Betriebsbedingungen festgehalten, Häufigkeiten gezählt und es können Heilbedingungen festgelegt werden.

Zusätzlich gibt es 16 Fehlerspeicher, in denen auftretende Ereignisse / Fehler permanent abgelegt werden und die sich auch nach einem Neustart des Geräts auslesen lassen. Im einfachsten Fall findet man hier einen Fehlerpfad, der die ursächliche Komponente benennt sowie eine Summe aller diagnostizierten Fehler. Zugriff darauf hat man über folgende API-Signale:

Fehler-Pfade (ursächliche Komponente)
api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._0_.PathNo_u16

api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._15_.PathNo_u16

Fehlersummen (Dezimalsumme aller bitweise kodierten Einzelfehler)
api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._0_.MonSumError_u16

api_evh_sg_st.EventHandler_st.EventMemory_st._15_.MonSumError_u16

  Die Zuordnung zum Fehler in Klartext erfolgt über die Tabelle 8.2.1 „Ereigniscodetabelle“ im Anhang des PROtroniC Handbuchs.

F: Wie lässt sich die Auslastung der CPU ermitteln?

Für die Ermittlung der CPU-Last gibt es folgende API-Signale:

  • Aktuelle CPU-Last: api_inf_sg_st.PresentCpuLoad_u8
  • Maximale CPU-Last: api_inf_sg_st.MaxCpuLoad_u8

F: Was passiert bei Überlastung der CPU?

A: Bei Überlast der CPU kann es dazu kommen, dass einzelne Zeitscheiben nicht mehr im vorgesehenen Zeitraster ausgeführt werden und damit das Echtzeitverhalten nicht mehr gewährleistet ist.

Im ungünstigsten Fall kann es passieren, dass das Steuergerät nicht mehr reagiert.

Bei aktivem Watchdog würde dies erkannt und ein automatischer Reset durchgeführt.

NEU!

F: Was ist für die Verwendung der PROtroniC TopLINE als Bypass-Master erforderlich?

A: Um die PROtroniC TopLINE als Bypass-Master zu verwenden, sind folgende zusätzliche Komponenten erforderlich:

  • Option "Bypass Blockset",
  • Adapter-Set für Bypassing.

Für genauere Informationen kontaktieren Sie bitte unseren Vertrieb.

F: Wie kann Handcode eingebunden werden?

A: Mit der PROtroniC ist es prinzipiell möglich, entweder seine Applikation grafisch mit MATLAB®/Simulink® zu programmieren oder direkt in der Hochsprache C/C++ manuell C-Code zu schreiben. Ebenso ist eine Kombination aus beidem möglich.

Genauere Informationen sind dem Produkthandbuch (Teil des Lieferumfangs) zu entnehmen.

F: Welche Vorgaben gibt es bzgl. Modellstruktur?

A: Im Prinzip ist festgelegt, dass sich der zu generierende Teil der Applikation in Subsystemen befindet, die als PROtroniC-Subsysteme gekennzeichnet sind und denen eine bestimmte Zeitscheibe zugeordnet ist.

Ansonsten gibt es bei der Gestaltung der Modell-Struktur keine Einschränkungen – mit ledigleich einer Ausnahme ist grundsätzlich alles zulässig, was seitens MATLAB®/Simulink® möglich ist. Ausnahme: Die Signale der PROtroniC ACI-Blöcke, mit denen auf die API zugegriffen wird, müssen mit einzelnen Linien über die Grenze in diese Subsysteme geführt werden. Dies ist notwendig aufgrund der implementierten Mechanismen für die Code-Generierung des ACI.

F: Welche Datentypen können innerhalb des Modells verwendet werden?

A: Innerhalb des Modells können alle Datentypen einschlielich Fließkomma-Datentypen, wie z. B. "single" oder "double", verwendet werden. Nur an der Schnittstelle zu den ACI-Blöcken gibt es Einschränkungen, da hier ausschließlich mit Festkommazahlen gearbeitet wird.

F: Lassen sich mit der PROtroniC BLDC-Motoren ansteuern?

A: Aktuell kann nur eine externe BLDC-Endstufe an die PROtroniC angebunden werden. Eine spezielle Funktionalität zur Ansteuerung/Anbindung steht nicht zur Verfügung.

F: Können mit der PROtroniC Proportionalventile mit Dithering angesteuert werden?

A: Die PROtroniC TopLINE TCU ist speziell für die Ansteuerung von Proportionalventilen inkl. Dithering ausgelegt. Diese Variante verfügt über 16 Kanäle und unabhängige P-I-Stromregler mit bis zu 2,4 A Ausgangsstrom pro Kanal.

F: Welche Lastströme kann die PROtroniC treiben?

A: Die 24 Schaltausgänge der Komponente "SO" können dauerhaft 5A pro Kanal treiben, die Überstromabschaltung erfolgt standardmäßig bei 11,5A. Die Versorgung einer jeden Gruppe von 6 Kanälen (Bank) ist dauerhaft mit 20A belastbar.

Die Digitalausgänge der Komponente "DIO" sind als Signalausgänge konzipiert und sollten typischerweise mit max. 10mA belastet werden (Kurschlussstrom ca. 100mA).

Das Einspritzmodul der EMU-Variante liefert kurzfristig Injektorströme bis 30A.

Das VC-Modul der TCU-Variante kann pro Kanal einen mittleren Strom von 2,4A treiben / 8A pro Highside.

F: Welche maximale Boostspannung und -leistung liefert das Einspritzmodul?

A: Das Einspritzmodul ist für bis zu 6 Magnetinjektoren für Direkteinspritzung konzipiert. Dabei kann die hochgesetzte Boostspannung kontinuierlich zwischen 50 V und 80 V eingestellt werden.

Die mittlere entnommene Boostleistung sollte 60W nicht überschreiten.

F: Können mit der PROtroniC Piezoinjektoren betrieben werden?

A: Mit der PROtroniC können derzeit leider keine Piezoinjektoren betrieben werden. Das eingebaute Einspritzmodul ist ausschließlich für Magnetinjektoren geeignet.

Wenn Piezoinjektoren zusammen mit der PROtroniC betrieben werden sollen, ist dafür eine externe Endstufe erforderlich. Bei Interesse oder Fragen dazu wenden Sie sich bitte an unseren Vertrieb.

F: Kann mit der PROtroniC ein 6-Zylinder-Motor betrieben werden?

A: Die PROtroniC ist hinsichtlich Ein- und Ausgängen für den Betrieb eines 6-Zylinder-Motors geeignet, z. B. durch 6 Einspritzkanäle und 6 Kanäle zur Ansteuerung externer Zündendstufen.

F: In welchen Zeitrastern kann mit der PROtroniC gemessen werden?

A: Es gelten unterschiedliche Werte für die PROtroniC TopLINE und PROtroniC BaseLINE.

  • PROtroniC TopLINE:
    • 100µs-, 1ms-, 5ms-, 10ms-, 20ms-, 40ms- und 1s-Raster sowie synchron zu selbstdefinierten, ereignisgesteuerten Tasks
  • PROtroniC BaseLINE:
    • 10ms-, 40ms-, 100ms- und 250ms-Raster

F: Kann der Anwender eigene Zeitscheiben implementieren?

A: Da beim eingesetzten OSEK Echtzeitbetriebssystem feste Zeitscheiben vordefiniert sind, kann der Anwender keine eigenen implementieren. Dies lässt aber umgehen, z. B. indem der Anwender Event-Tasks durch externe oder interne Signale im gewünschten Raster triggert.

F: Gibt es eine Möglichkeit, den Codegenerierungsdurchlauf zu automatisieren?

A: Normalerweise wird die Codegenerierung aus dem MATLAB®/Simulink®-Modell heraus angestoßen. Manuell müssen dafür die folgenden vier Schritte einzeln angestoßen werden:

  1. Modell initialisieren
  2. I/O-Konfiguration laden
  3. Auto Code generieren
  4. Hex-Code generieren

Ab PROtroniC Release 4.3 kann der Anwender aber auf ein Feature zurückgreifen, dass ihm diese Arbeit abnimmt und den Prozess automatisiert.

Mit dem folgenden Befehl im MATLAB® Command Window öffnet sich eine ACI Bibliothek mit dem Block "Build All":

addpath(fullfile(aciroot,'\Matlab\Tools\BuildAll')); BuildAllLib

Wird dieser spezielle "Build All"-Block ins Modell gezogen, werden die vier Schritte automatisch sequenziell durchlaufen. So lässt sich, z. B. bei großen Modellen, über Nacht der Hex-Code generieren.

F: Können Multirate-Subsysteme verwendet werden?

A: Um Multirate-Subsysteme verwenden zu können, muss im ACI Block "Task Assignment" bei den Blockparametern einfach nur der entsprechende Haken bei "Multirate Task Subsystem" gesetzt werden.

Hinweise dazu finden sich auch im Produkthandbuch, s. Kapitel 3.2.10ff., sowie im Rahmen unserer Produktschulungen.

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